Unter einer weissen Schicht
Genau auf diesen Kakteen lebt die Cochenille. Eine weisse Wachsschicht schützt das kleine Insekt vor der rauen Andensonne. Unter dieser unscheinbaren Hülle verbirgt sich ein intensiver roter Farbstoff.
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Sie trägt nicht nur ein Kind. Sie trägt eine Geschichte.
In ihr liegen Hoffnung, manchmal Mais, manchmal Stille.
Ihre Fäden formen Muster, die Geschichten aus Perus Vergangenheit bewahren.
Auf dem Rücken einer Frau zieht die Manta mit diesen Geschichten weiter durch Cusco.
Bevor ich überhaupt begreifen konnte, was eine Manta ist, hatte mich längst eine getragen.
Geschichten, die sie trägt
eine Reportage von Yuri Fontanive

Auf diesem Foto bin ich vielleicht zwei Jahre alt. Ich sitze auf dem Rücken meines Vaters und trinke aus einem Fläschchen, fest an ihn gebunden mit einem gewebten Tuch. Einer Manta.
Der rote Stoff mit den grünen und gelben Streifen ist vorne über seiner Brust zu einem grossen Knoten geschlungen. Wir befinden uns auf dem Bild nicht, wie man vermuten könnte, in den peruanischen Anden, sondern in der Schweiz. Ein Vater, der sein Kind so trägt, war hier ein ungewohnter Anblick.
Mein Vater stammt aus Italien, meine Mutter aus Peru. Wir führten keinen durch und durch peruanisch geprägten Haushalt. Mantas tauchten vor allem dann auf, wenn wir andere peruanische Familien besuchten oder Feste feierten. Und natürlich waren sie allgegenwärtig, wenn wir zu meinen Verwandten in die Andenregion reisten.
Für mich stand dieses Tuch immer stellvertretend für Peru. Als Kind fragte ich nie nach den Details. Ich wusste, wie eine Manta aussieht und wofür man sie verwendet. Doch wer sie webt und was die Stoffe den Menschen vor Ort bedeuten, wusste ich nicht.
Was trägt eine Manta? Und was trägt sie weiter?
Mit dieser Frage lande ich in Peru. Schon am Flughafen in der Hauptstadt Lima fallen mir die textilen Muster auf Kleidern und Taschen auf. Ein kleiner Hund trippelt in einer winzigen Manta vorbei. Ich mache ein Foto.
Der Weiterflug bringt mich in die Heimatstadt meiner Mutter. Cusco liegt auf knapp 3400 Metern Höhe. Die Luft ist dünn, das Licht hart. Dreimal war ich bereits hier, um meine Familie zu besuchen.
Doch dieses Mal ist mein Blick ein anderer. In den kommenden Wochen bin ich Beobachter. Mit Kamera und Notizbuch will ich hinter die bunten Muster schauen. Ich möchte den Weg der Stoffe zurückverfolgen und die Menschen treffen, die sie täglich herstellen und nutzen.
Schon im Taxi vom Flughafen in die Stadt sehe ich sie am Strassenrand. Menschen tragen Früchte und Gemüse in Tüchern auf dem Rücken. Einige verkaufen ihre Ware direkt dort, wo der Verkehr vorbeizieht.
Am nächsten Morgen verdichtet sich das Bild auf dem Markt. Eine Frau bindet ein schweres Bündel auf ihren Rücken. Zwei Knoten, ein Griff, fertig. Ein paar Meter weiter trägt eine Manta ein Kind. Andere Tücher liegen unter der Auslage, wärmen Schultern oder hängen als farbige Souvenirs an einem Stand.

Genau auf diesen Kakteen lebt die Cochenille. Eine weisse Wachsschicht schützt das kleine Insekt vor der rauen Andensonne. Unter dieser unscheinbaren Hülle verbirgt sich ein intensiver roter Farbstoff.
Nach der Ernte werden die winzigen Tiere getrocknet und traditionell mit einem Stein zerrieben. Das setzt Karminsäure frei. Genau dieser Stoff erzeugt das berühmte, leuchtende Rot der Andentextilien.
Der Farbstoff der Cochenille reagiert extrem sensibel auf den Säuregehalt. Saure und alkalische Naturstoffe können seinen Ton im heissen Farbbad augenblicklich verwandeln.
Ein Spritzer frische Limette macht das Wasser sauer. Die Reaktion erfolgt sofort. Das Karmin verschiebt sich in ein warmes, leuchtendes Orangerot.
Eine Handvoll frische Holzasche macht das Wasser hingegen alkalisch. Das Farbbad verdunkelt sich schlagartig und das Garn nimmt ein tiefes Weinrot oder Violett an.
In jedem dieser Farbtöne steckt jahrhundertealtes Wissen. Kein Färbegang gleicht dem anderen, weil die wilde Natur keine starren Regeln kennt. Die Struktur der Wolle, das verwendete Wasser und die Intuition am kochenden Topf entscheiden am Ende über die exakte Nuance. So entstehen neben den markanten Haupttönen noch unzählige weitere feine Abstufungen, die das wahre Geheimnis dieser textilen Kultur ausmachen.
Weitere Naturfarben
Gefahrene Route von Cusco über Ollantaytambo nach Patacancha, mit Höhenverlauf. Gesamtlänge 76.1 km, höchster Punkt 3’823 m über Meer.
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En esta manta, el verde representa la tierra donde vivimos.
In dieser Manta steht das Grün für das Land, auf dem wir leben.
Uno de los diseños representa el río de Patacancha.
Eines der Muster stellt den Fluss von Patacancha dar.
En nuestras mantas aparecen los animales que nos rodean, como la vizcacha, el puma y el cóndor, pero también las estrellas y el cielo.
Auf unseren Mantas erscheinen Tiere, die uns umgeben, etwa das Viscacha, der Puma und der Kondor, aber auch die Sterne und der Himmel.
Desde los diez años empezamos con pequeños trabajos, como hilar la lana. Yo aprendí a tejer una manta a los trece.
Ab einem Alter von ungefähr zehn Jahren beginnen wir mit kleineren Arbeiten, etwa dem Spinnen der Wolle. Ich lernte mit dreizehn, eine Manta zu weben.
Tengo siete mantas. Las uso a diario, para cargar a mi bebé, para ir al mercado y para ocasiones especiales.
Ich besitze sieben Mantas. Ich verwende sie im Alltag, um mein Baby zu tragen, für den Markt und für besondere Anlässe.
Die Zahlen hinter der Tradition. Wer in den offiziellen Registern nach den Menschen hinter der Manta sucht, stösst zunächst auf einen gewaltigen Berg abstrakter Zahlen. Um greifbar zu machen, wie viele Personen in der Region Cusco dieses textile Erbe pflegen, übersetzt die folgende Darstellung die trockenen Akten in ein lebendiges Bild. Sie filtert die Daten Schicht für Schicht und führt uns visuell exakt an jene Gruppe heran, die das Herzstück dieser uralten Handwerkskunst bildet.
Ein Faden, eine Person. Sieh dir diesen einzelnen leuchtenden Faden an. Er steht für exakt einen Menschen, der im staatlichen Handwerksregister eingetragen ist. Zwar verrät uns dieser Faden noch nicht, ob die Person heute aktiv am Webstuhl sitzt oder welche Textilien sie genau anfertigt. Doch genau hier beginnt unsere Suche.
Sieh dir diesen einzelnen leuchtenden Faden an. Er steht für exakt einen Menschen, der im staatlichen Handwerksregister eingetragen ist. Zwar verrät uns dieser Faden noch nicht, ob die Person heute aktiv am Webstuhl sitzt oder welche Textilien sie genau anfertigt. Doch genau hier beginnt unsere Suche.
Das Register verzeichnet in der gesamten Region Cusco exakt 14’101 eingetragene Personen. Jeder Faden bleibt in allen folgenden Ansichten dieselbe visuelle Einheit. So wird greifbar, wie sich die Gesamtmenge schrittweise eingrenzt.
Satte 10’227 der 14’101 Einträge gehören zur Handwerkslinie Textilería, also zu textilen Arbeiten. Das sind 72,5 Prozent aller Registrierungen. Diese gigantische Mehrheit zeigt die überragende Bedeutung des gewebten Erbes, umfasst aber auch Stickereien oder Strickarbeiten.
Exakt 5’149 Einträge entfallen auf die Unterlinie ‹Tejido en telar o tejido plano›, also das Weben am Webstuhl oder Flachweben. Das ist gut die Hälfte der gesamten Textilbranche. Diese Gruppe bildet die engste Annäherung an Menschen, die Tücher wie die Manta herstellen.
In dieser Gruppe sind 4’310 Frauen und 839 Männer eingetragen. Frauen stellen mit 83,7 Prozent die überwältigende Mehrheit im Register. Sie sind das Rückgrat der textilen Tradition, auch wenn das Register nichts über die genaue Arbeitsteilung im Alltag aussagt.
4’341 der 5’149 registrierten Personen geben Quechua als ihre Muttersprache oder indigene Sprache an. Das entspricht 84,3 Prozent. Die Zahl verdeutlicht, wie untrennbar das Weben mit der indigenen Identität und der Sprache der Inka verwoben ist.
Knapp 78,8 Prozent aller Einträge konzentrieren sich auf vier Provinzen: Urubamba mit 1’271 Personen, Calca mit 1’055, Paucartambo mit 1’018 und Quispicanchi mit 712 Einträgen. Das Heilige Tal der Inka und die angrenzenden Hochtäler bilden das geographische Zentrum dieser lebendigen Tradition.
Erwachsene im mittleren Alter bilden mit 3’756 Einträgen und 72,9 Prozent die grösste Gruppe. Zusammen mit 874 älteren Personen und 519 jungen Erwachsenen zeigt das Register eine Kontinuität, in der das Wissen über Generationen weitergegeben wird.
Das Register des Ministeriums ist eine administrative Momentaufnahme, keine vollständige Volkszählung. Viele Webende in entlegenen Bergdörfern arbeiten ohne behördliche Registrierung. Dennoch bilden genau diese 5’149 Fäden unsere engste Annäherung an jene Menschen, die das Handwerk rund um die Manta bis heute aktiv bewahren. Die Daten zeigen uns die sichtbare Spitze eines enormen kulturellen Erbes, dessen wahre Wurzeln noch sehr viel tiefer in den Anden verborgen liegen.
Die Geschichte der Manta ist weit mehr als die Entwicklung eines einfachen Kleidungsstücks. Sie ist ein textiles Archiv, das Jahrtausende überdauert hat.
Lange vor der Ankunft der Spanier und noch vor der Blütezeit der Inka nutzten die frühen andinen Kulturen bereits Textilien, um ihre Gesellschaften zu ordnen, komplexes Wissen zu speichern und Macht zu demonstrieren. Folgen wir diesem historischen Faden nun zurück an seinen absoluten Anfang und entwirren die Chronologie von den allerersten geknoteten Pflanzenfasern bis zur leuchtenden textilen Vielfalt der Gegenwart.
Die ältesten textilen Spuren der Anden stammen aus der Zeit weit vor der Entwicklung der ersten Webgeräte. In der hoch gelegenen Guitarrero Höhle fanden Archäologen die weltweit frühesten Belege für die menschliche Verarbeitung von Pflanzenfasern. Die Menschen verflochten hier robuste Agaven und Bromelien zu Korbwaren, Schnüren und simplen Taschen. Diese frühe Handarbeit legte das Fundament für eine Tradition, die das Weben später zur höchsten andinen Kunstform erheben sollte.

Der Übergang zu echten Geweben gelang an Orten wie der Küstensiedlung Huaca Prieta. Hier entdeckte man das weltweit älteste Webtextil aus Baumwolle. Noch faszinierender ist jedoch die Farbe dieses frühen Fundes. Er liefert den absolut frühesten globalen Nachweis für die Verwendung von pflanzlichem Indigo. Die Menschen nutzten also schon damals leuchtendes Blau und machten Farben zu einem festen strukturellen Teil ihrer Gewebe.

In der Zeit vor den grossen Inkaherrschern erlebte die Webkunst eine enorme Verfeinerung. Die Chavin Kultur nutzte grossformatige Stoffe für rituelle Botschaften, während später in Paracas weltberühmte Grabmäntel entstanden, um die Verstorbenen ins Jenseits zu begleiten. Das nachfolgende Wari Reich entwickelte feinste Tapisserien und hochkomplexe Techniken. Textilien waren nun das wichtigste rituelle Ausdrucksmittel der Anden und spiegelten die absolute soziale Hierarchie wider.

Mit der rasanten Ausdehnung des Inkareichs stiegen Textilien zum wertvollsten Gut auf, vergleichbar mit Gold in Europa. Bis zur Ankunft der spanischen Eroberer dienten sie als Diplomatenwährung, um Allianzen zu schmieden und Treue zu belohnen. Die Produktion war strikt geteilt. Gewöhnliche Frauen webten grobe Stoffe aus Lamawolle für das Volk, während Spezialistinnen und männliche Meister den kostbaren Cumbistoff aus edelster Alpakawolle exklusiv für den Herrscher fertigten.

In der textilen Blütezeit der Inka trugen die Frauen bereits die Lliklla, ein rechteckiges Gewebe für die Schultern, das mit einer Schmucknadel auf der Brust fixiert wurde. Es gilt als direkter Vorläufer der heutigen Manta. Während das einfache Volk schlichte Gewebe trug, waren die Stoffe der adligen Damen mit reichen geometrischen Mustern oder auffälligen Farbbändern verziert. Die Lliklla zeigte als visuelles Medium sofort den sozialen Status und die Herkunft der Trägerin an.

Da es keine geschriebene Sprache gab, dienten Fäden auch als reine Informationsträger. Der Khipu war das zentrale Speichermedium des mächtigen Inkareichs. An einer Hauptschnur hingen unzählige farbige Nebenschnüre mit extrem präzisen Knoten. Spezialisten verwalteten damit Volkszählungen, Abgaben und die riesigen staatlichen Lagerhäuser. Farben und Knoten klassifizierten landwirtschaftliche Güter oder ganze Lamaherden. Dieses textile Nervensystem garantierte die komplette logistische Kontrolle.

Die spanische Eroberung markierte einen radikalen Bruch. Die europäischen Besatzer führten rasch neue Materialien wie Schafwolle oder Seide sowie den massiven hölzernen Pedalwebstuhl ein. Die traditionelle andine Arbeit am Bodenwebstuhl wurde oft in ein System rücksichtsloser Zwangsarbeit in gewaltigen Textilwerkstätten verwandelt. Doch die uralte Handwerkstradition überlebte im Verborgenen. Es entstand eine völlig neue Synthese, in der indigene Kunsthandwerkende europäische Motive mit andinen Techniken verschmolzen.

Durch den aufkommenden Tourismus und die aktive Förderung von Hilfsorganisationen erlebte das Handwerk eine echte Renaissance. Zwar hielten in der Moderne auch synthetische Garne Einzug, doch gleichzeitig revitalisieren Weberinnenverbände das alte Wissen um Naturfarben. Heute steht der Begriff Manta für eine faszinierende regionale Vielfalt. Die Manta ist weit mehr als nur ein simples Kleidungsstück. Sie ist ein starkes Symbol indigener Selbstbehauptung und kultureller Identität geworden.

Auf meiner bisherigen Recherche stand die Region Cusco im absoluten Zentrum. Die Dominanz dieser Gegend in den Textilarchiven ist kein Zufall. Als einstige Hauptstadt des mächtigen Inkareichs war Cusco das administrative Herz, wo hochspezialisierte Meister die feinsten Stoffe fertigten. Heute halten lokale Organisationen und der Tourismus dieses Wissen lebendig.
Doch wer diese Kultur wirklich dokumentieren will, muss den Blick zwingend ausweiten. Die Region Puno rund um den eisigen Titicacasee birgt Schätze, die den Geweben aus Cusco in nichts nachstehen. Bald werde ich eine grosse Auswahl dieser regionalen Meisterwerke in einem Fachgeschäft im direkten Vergleich betrachten können.
Bis dahin führt mich die geografische Datenlage durch das Land. Jede Comunidad, wie man hier die traditionellen indigenen Dorfgemeinschaften nennt, pflegt nämlich einen völlig eigenen textilen Dialekt. Die gewählten Töne, die Dichte der Fäden und die komplexen geometrischen Muster verraten Eingeweihten sofort, wo genau die feinen Fäden aufgespannt wurden.
Wer durch die Strassen von Cusco geht, begegnet der Manta selten im Stillstand. Sie bewegt sich über Märkte und durch Gassen, festgebunden auf einem Rücken. Besonders oft entdecke ich darin ein Baby, eng an den Körper gebunden und mitten im Geschehen. Immer wieder sehe ich, wie der kleine Kopf über eine Schulter ragt, während vorne beide Hände frei bleiben.
Meine eigene Verbindung zur Manta nahm ihren Anfang auf dem Rücken meines Vaters, ganz so, wie es das allererste Bild dieser Geschichte verrät. Vergleiche ich diese Erinnerung heute mit meinen Beobachtungen in Peru, fällt mir sofort ein Kontrast auf. In den Strassen von Cusco sind es nämlich fast ausschliesslich Frauen, die ihre Babys auf genau diese Weise bei sich tragen.
Der kurze Clip stellt die traditionelle Manta und den modernen Rucksack als zwei gegensätzliche Arten gegenüber, ein Baby in Peru zu tragen. Die Manta wird dabei auf dem Rücken so gebunden, dass eine sichere Tasche entsteht, in der das Baby eng und wärmend am Körper sitzt.
Für mich liegt der gewaltige Vorteil dieser Position auf der Hand. Die tragende Person kann ungehindert gehen und arbeiten, während das Baby hoch oben sitzt und über die Schulter hinweg exakt dieselbe Umgebung wahrnimmt. So wird das Kind zum stillen Beobachter des Alltags und kann permanent lernen.
Eine im Jahr 2025 veröffentlichte systematische Übersicht, die vierzehn Studien zu verschiedenen Tragearten auswertet, weist zudem darauf hin, dass passende Tragehilfen den Körper deutlich weniger belasten als das ständige Tragen im Arm.
Eine Publikation von UNICEF aus der Provinz Quispicanchi, mitten in den südperuanischen Anden, beschreibt noch einen Schritt davor. Beim sogenannten Waltado wird das Neugeborene in eine Manta gewickelt und mit einem festen gewebten Gürtel, dem Chumpi, fixiert. Die gespendete Wärme ist ein zentraler Teil der Fürsorge. Gleichzeitig warnt die Publikation vor Risiken, wenn das Baby zu eng gewickelt wird.
«Man wickelt das Baby in eine Manta und bindet es mit dem Chumpi fest, damit es schön warm bleibt.»
Gewebte Llicllas und vielseitige Tragestoffe sind in den Anden seit Jahrhunderten dokumentiert. Der berühmte Chronist Felipe Guaman Poma de Ayala zeichnete im frühen siebzehnten Jahrhundert zwar indigene Mütter mit ihren Kindern, doch die Babys der Inka waren damals noch fest auf ein starres Holzbrett namens Quirau geschnallt.
Wann genau dieses Brett verschwand und die Menschen begannen, ihre Neugeborenen exklusiv in die weichen Gewebe zu binden, haben die europäischen Beobachter in den folgenden Jahrhunderten schlichtweg übersehen. Wie sich die flexible und direkte Trageweise von heute entwickelt hat, lässt sich aus den historischen Akten deshalb nicht als absolut lückenlose Linie bis in die Inkazeit zurückverfolgen.
Wie aus einer flachen quadratischen Manta eine sichere Babytrage wird, entscheidet sich in nur wenigen Handgriffen. Die folgenden kurzen Videos zeigen im Detail, wie diese Handgriffe aussehen. Man sieht genau, wie die Manta vorbereitet, das Kind auf den Rücken genommen und der Stoff am Ende fest gesichert wird.
Es gibt in den Anden jedoch nicht die eine einzige korrekte Bindung. Im nächsten Clip ist eine weitere clevere Variante zu sehen, wie der Stoff sicher fixiert wird.



Damals trug mich mein Vater in einer Manta.
Jahre später führte sie mich zurück nach Peru.
Was mich trug, trägt weiter.
Diese Reportage entstand nicht allein.
Beim Bau dieser Website unterstützten Claude Code und Codex, bei der quellenbasierten Textarbeit NotebookLM.